16 Mrz

Digital Detox Jugendaustausch

Im Oktober 2020 kamen 24 junge Menschen aus den Ländern Deutschland, Italien und Slowenien im Rahmen eines Jugendaustauschs, der über das Erasmus+-Programm von der EU gefördert wurde, nach Schernbach. Über zehn Tage hinweg verzichteten die Teilnehmerinnen auf jeglichen Gebrauch von digitalen Medien und beschäftigten sich stattdessen mit Gemeinschaftsbildungsprozessen, dem kulturellen Austausch zwischen den verschiedenen Ländern und der Verbindung zur Natur. Sie sammelten Wild- und Heilkräuter, wanderten durch die umliegenden Wälder, reflektierten den Nutzen und die Risiken des Konsums moderner digitaler Technik, verbrachten viel Zeit mit Singen und Tanzen, erhielten Einblick in unsere Gemeinschaftsstrukturen und unsere regenerative Agrikultur und halfen unserer Gemeinschaft dabei, kiloweise Apfelmus einzukochen für unseren Wintervorrat. Insgesamt war die Zeit sowohl für die internationalen Teilnehmerinnen als auch für unsere Gemeinschaftsmitglieder sehr bereichernd und vielseitig und wir freuen uns darauf, in den kommenden Jahren hoffentlich immer wieder Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Ländern hier bei uns willkommen zu heißen.

„Der Digital-Detox Jugendaustausch war eine geniale Erfahrung für mich. Ich habe es sehr genossen, dass sich am ersten Tag alle dazu verpflichtet haben ihre Smartphones für die gesamte Dauer des Austauschs nicht zu nutzen. Wir waren alle viel präsenter im Kontakt miteinander und den geplanten Aktivitäten gegenüber, wir gingen bewusster aufeinander zu und fanden gesündere und alternative Wege unseren Tag zu verbringen. Dadurch wurde die Gruppe gestärkt und gab unserer Selbstfürsorge viel mehr Raum. Mir gefielen auch sehr die Aktivitäten zur Verbindung mit der Natur und die Aktionen, bei welchen wir die gastgebende Gemeinschaft mit unserer Tatkraft unter freiem Himmel unterstützen konnten – beim Äpfel ernten und Kartoffeln sortieren.“

Filippo aus Italien

02 Feb

Studien- und Forschungsmonat für ein gutes Leben für alle

22. Februar bis 22. März 2021

Du hast den starken Wunsch gestalterisch aktiv zu werden für eine sozialgerechtere und nachhaltigere Welt? Du siehst, dass es für ein gutes Leben auch zukünftiger Generationen Veränderung braucht?

Ende Februar verwandelt sich unser Freizeitheim „Haus Sonnenwald“ für einen Monat in ein „Forschungs- & Studienhaus für ein gutes Leben für alle“. Dort hast du die Möglichkeit mit zwölf Ähnlichgesinnten in Gemeinschaft zu leben und dich mit viel Zeit deinen Fragen, rund um das eigene Potenzial, die Welt und einem zukunftsfähigen Leben, zu widmen.

Die Gruppe kann voneinander und von den Erfahrungen unserer Gemeinschaft im Sonnenwald lernen und erhält Impulse und Begleitung von Mitgliedern der Akademie für angewandtes gutes Leben, rund um Kommunikation, Gefühlsumgang, Traumasensibilität, Selbstorganisation, Integrale Theorie und regenerative Landwirtschaft. Im Schnitt wird es ein bis zwei vorbereitete Impulstage in der Woche geben und zwei begleitete Gruppenprozessabende an denen verschiedene Formate und Methoden wie das Forum, der Wir – Prozess und die radikale Therapie erfahrbar werden.

Der Rest der Zeit kann individuell und durch die anwesende Gruppe selbst gestaltet werden, mit der Möglichkeit, sofern Corona es zulässt, auch am Ort mit mitanzupacken. Weitere Elemente der bisherigen Wandelreise können auf Wunsch von Menschen der Gemeinschaft vorgestellt und selbstorganisiert umgesetzt werden (z.B. Triaden, weitere Treffen).

Das Programm ist ein Alternativangebot zur Wandelreise, welche durch Corona bedingt 2021 nicht an den Start geht. Hier gibt es weitere Informationen zur Wandelreise: www.gutes-leben-akademie.de/wandelreise

Der Teilnahmebeitrag um die Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Honorare für Impulsgebende und Begleitung zu decken liegt bei 1200,00 Euro. Die Teilnahme an der Studienzeit soll nicht am Geld scheitern. Sollte es für dich schwierig sein das Geld aufzubringen melde dich gerne. Fühl dich eingeladen mehr zu zahlen wenn du kannst, um Menschen mit weniger finanziellen Mitteln die Teilnahme zu ermöglichen.

bzgl. Corona gilt die neuen Verordnungen abzuwarten. Informationen zu den Hygienemaßnahmen folgen. Fragen gerne an marie@gutes-leben-akademie.de

Du bist bereit dich auf Neues einzulassen und möchtest dabei sein? Dann schreib eine Mail an marie@gutes-leben-akademie.de mit ein paar Sätzen zu deiner Motivation, Erwartungen, Lernzielen und was du sonst noch über dich erzählen möchtest, z.B. was dich begeistert, was du an dir schätzt und womit du dir selbst im Weg stehst.

18 Jan

Stellenausschreibung(en) Bereich Bau

Gemeinsam mit der Gemeinschaft Sonnenwald forschen wir im Nordschwarzwald ganz praktisch an einem zukunftsfähigen, nachhaltigen und lebendigen Leben und machen dieses als Lernort auch für andere erfahrbar. Neben den Wohngebäuden stehen uns unterschiedlichste Räumlichkeiten zur Verfügung wie Seminarräume, Gästehaus, Großküche, Turnhalle, ehemaliges Werkstattgebäude sowie die landwirtschaftlichen Gebäude des Hofes Sonnenwald. 

Die Substanz unserer Gebäude wollen wir sinnvoll erhalten sowie energieeffektiv und ökologisch sanieren sowie in neue Projekte auf unserem Hof Sonnenwald für regenerative Agrikultur umsetzen. Dafür haben wir nun zwei Stellen für folgendes ausgeschrieben:

  • Erhalt unserer Gebäude und Infrastruktur und Umbau zu Erneuerbaren Energien
  • Management von Ausbauprojekten der Wohn- und Bildungsgebäude und in der regenerativen Landwirtschaft

Gemeinsam mit unserer AG Bau geht es darum die anstehenden Aufgaben zu planen, zu koordinieren und umzusetzen. Zuverlässige Kommunikation mit den Beteiligten ist uns dabei wichtig. Geschick beim Umgang mit Externen und Handwerkern sind wünschenswert. Außerdem wünschen wir uns jemanden der Freude daran hat freiwillige Helfer*innen und Praktikant*innen bei den Arbeiten anzuleiten und das eigene Know-How weiterzuvermitteln.

Schwerpunkt 1: Erhalten was da ist und regenerativ Umbauen

Für die Wartung und Instandhaltung und energetische Sanierung unserer Wohngebäude, Bildungsstätten und unserer Großküche suchen wir jemensch mit fundierter Erfahrung oder Ausbildung in einem der Bereiche – Sanitär, Heizung, Lüftung, Elektrik, Erneuerbare Energien – und der grundsätzlichen Bereitschaft sich auch mit den anderen Bereichen zu beschäftigen. Uns ist wichtig, dass die Person gut darin ist, den Überblick zu behalten und Aufgaben zu priorisieren. Unter anderem geht es auch um den regenerativen Umbau unserer Energie und Wärmequellen für die Gesamtgemeinschaft.

Schwerpunkt 2: Neues erdenken und auf den Boden bringen

Für die anstehenden ökologischen Aus- und Umbaumaßnahmen an Wohngebäuden und Projekten im Rahmen der regenerativen Landwirtschaft suchen wir jemensch, der die Planung, Koordination und Umsetzung übernimmt. Dabei gilt es teilweise auch zusammen mit Gemeinschaftsmitgliedern kreative Ideen zu entwickeln und diese möglichst nachhaltig umzusetzen.

Wir bieten…

  • die Möglichkeit in einer WG innerhalb unserer engagierten und spannenden Lebensgemeinschaft zu leben, in der wir uns gegenseitig dabei unterstützen unsere Potentiale zum Wohle der Welt zu entfalten
  • Diesen Ort kreativ, regenerativ Zukunfts- und Lebens-dienlich weiter zu entwickeln,
  • eine Bezahlung im Rahmen unserer Möglichkeiten in der Aufbauphase,
  • Möglichkeit von einem Gemeinschafts-Profiküchenteam mit eigenen Bio-Lebensmittel vom Hof bekocht zu werden sowie Zugang zu den vielfältigen Gemeinschaftsaktivitäten am Ort

Wir freuen uns auf deine Bewerbung an bau@sonnenwald.org

Mehr Infos zu unserer Gemeinschaft:

https://gemeinschaft-sonnenwald.de/ und https://www.gutes-leben-akademie.de/

16 Dez

Innovative offene Werkstatt SONNENLAB sucht Gestalter:innen

Nachdem unser Gründungsmitglied Rüdiger über ein Jahr mit viel Schwung, Leichtigkeit und Engagement die Grundpfeiler für eine große offene Werkstatt im Nordschwarzwald gelegt hat, zieht ihn die Liebe nun in eine andere Stadt. Zurück bleiben voll eingerichtet und betriebsbereit eine Holzwerkstatt, eine Fahrrad- und Metallwerkstatt, ein FabLab mit Lasercutter & Fräsmaschine, eine Näh- und Textilwerkstatt und noch vieles mehr.
Dank Rüdigers Fördermittelakquise sind die Bereiche bereits top ausgestattet: https://lab.sonnenwald.org/ Um all das nach dem Abklingen der COvid-19 Pandemie 2021 wieder aufleben zu lassen, suchen wir nun Gestalter:innen, die hier vor Ort bei uns anheuern möchten.
Du hast Lust Nachhaltigkeit hands on in die Welt zu bringen? Zum Beispiel, indem du mit unserem Hof Sonnenwald gemeinsam zukunftsweisende Prototypen für eine regenerative Agrikultur entwickelst?  Du kannst Dir vorstellen die offene Werkstatt zu einer Bildungsplattform für DIY und regenerative Technologien zu entwickeln, sowie zum Beispiel regelmäßig zu einem Repair-café einzuladen, bei dem alt und jung aus der Region zusammen kommen, um Dingen die viel zu schade zum wegwerfen sind, wieder neuen Geist einzuhauchen?

Wir sind eine junge Lebensgemeinschaft, die nach einem guten Leben für Alle strebt. Am Ort entstehen verschiedene gemeinschaftsgetragene Bereiche, deren Zusammenwirken viel Potential freisetzt. Details siehe https://www.gutes-leben-akademie.de/
Wir bieten Einbindung in ein spannendes Gemeinschaftsnetz, Austauschräume für Kokreation, kreativen Handlungsspielraum und Platz für deine Selbstverwirklichung. Die Werkstatt kann perspektivisch je nach Auslastung und Mitgliederanzahl so gemanagt werden, dass dadurch auch ein Einkommen möglich ist: Bis dahin ist es erstmal ein Ehrenamt. Kost & Logis während einer Probephase von bis zu drei Monaten können gestellt werden. Außerdem gibt es aktuell in der Ökodorfgemeinschaft Sonnenwald Stellen im Bereich Bauleitung und Hausmeisterei.

Schreib uns deine Bewerbung mit drei Absätzen was Dich ruft und was Du mitbringst, um unsere offene Werkstatt zu betreiben bis zum 31.01.2021 an Daniel weitermachen@lab.sonnenwald.org Info- und Kennenlerntage finden am 12. und 13. Februar 2021 statt.

Weiterführende Links:https://lab.sonnenwald.org/https://www.offene-werkstaetten.org/seite/offene-werkstaettenhttps://fablab.fau.de/was-ist-ein-fablab/ Wenn danach noch Fragen offen sein sollten, schreib Daniel gerne eine Email: weitermachen@lab.sonnenwald.org
02 Okt

Workcamp erneuerbare Energien

Du bist zwischen 16 und 25 und hast Lust eine Woche in unserer offenen Werkstatt ein Holzwindrad zu bauen? Vom 11.-18. Oktober kannst du dich dabei in Holz- und Metallbearbeitung erproben und außerdem mit regenerativen Energien und den Nachhaltigkeitszielen der UN auseinanderzusetzen. Die Teilnahme ist kostenlos. Hier kannst du dich anmelden. Wir freuen uns auf dich!

09 Jun

Neues aus der Agrikultur

In unserer Agrikultur hat sich in den letzten Monaten einiges bewegt. Im Folgenden erfahrt ihr über die großen, kleinen und alltäglichen Ereignisse am Platz.

In der Gärtnerei wurde der Marketgarden angelegt. Ein Großprojekt in diesem Zusammenhang war die Wasserbaustelle um eine gute Wasserversorgung zu gewährleisten. Dazu wurden Gräben gebaggert und Wasserleitungen vom Werkstattgebäude am Acker entlang zur Straße verlegt und wieder zugeschoben. Außerdem gehörten dazu das Ausmessen und Abstecken der Beete, Bodenbearbeitung mit der Fräse Tiefenlockerung mit der Grillinette und das Anlagen von Wegen. Außerdem gibt es einen neuen Waschplatz am ehemaligen Schweinestall. Schließlich wurden Pappeln und Weiden entlang des Marketgardens gesteckt, Kaffeesäcke zerschnitten, und als Mulch verwendet.

Ein großes Projekt in der Landwirtschaft war die Agroforstaktion bei der ca. 4000 Gehölze gepflanzt wurden. Auf verschiedenen Äckern wurden die Bäume in mehreren Reihen gesetzt, wobei im Detail verschiedene Baumarten als Werthölzer abwechselnd mit Fruchtbäumen oder Sträuchern, andere als Kopfbäume (Mit dem Ziel beerntbare Hecken in Kopfhöhe zu bilden) gesetzt wurden. Bei herrlichem Wetter und mit großer Unterstützung durch Gemeinschaftsmitglieder und “Wuppler” wurde vermessen, gegraben, gepflanzt, Kompost, Gesteinsmehl und Mulch aufgebracht, Pflanzenschutz angebracht und bewässert.

Für die neu gekauften Rinder gab es schon vor ihrer Ankunft viel vorzubereiten. Der Stall wurde ausgemistet und auf Hochglanz geputzt und diverse Weiden wurden vorbereitet (Erneuern der Zaunpfähle, Abbau von Stacheldraht, Ziehen neuer Stromleitungen). Mitte Mai sind die 17 ersten Rinder, wunderschöne Hinterwälder, wohlauf angekommen, und fühlen sich in ihrer neuen Heimat sehr wohl. Einige bekommen noch Ihre ersten Namen und es gibt auch einige Umbenennungen.

Der Stall und die wechselnden Wiesen sind belebt und ein Besuch bei den Kühen ist seither ein beliebtes Ausflugsziel vom oberen Hof aus. Dies gilt umso mehr, seit am 21.05. Bella auf der Wiese um den Steinkreis ganz alleine und in vollkommener Ruhe ein ihr erstes Kälbchen zur Welt gebracht. Die kleine „Birke“, ist nach ca. 10 Minuten zu ersten Gehversuchen aufgestanden und weitere 10 Minuten später hat sie auch schon das Euter gesucht und ganz alleine angefangen zu saufen. Wir warten gespannt auf weiteren Zuwachs in unserer Herde.

Zur Verteilung der anstehenden Arbeiten gibt es jeden Morgen Teambesprechung mit den fest angestellten Verantwortlichen, den jeweils verfügbaren Helfern und unterstützenden Gemeinschaftsmitglieder. Die folgende Aufstellung zeigt die Vielfalt der Alltagstätigkeiten und des Anbaus:

  • Boden vorbereiten für die Aussaat von Fruchtgemüse (Tomaten, Paprika, Gurke, Peperoni, Aubergine), Linsen, Kartoffeln, Sellerie und Sommerlauch
  • Aussähen von Buschbohnen, Kürbis, Hafer-Linse, Öl Lein, Zucchini, Lagermöhren, Pastinaken und Lagerkohl
  • Pflanzen: Rhabarber, Salate, Kräuter und Winterheckenzwiebeln Gemüsezwiebeln (2000 Stück), Beerensträucher (200 Stück), Kohlrabi, Brokkoli, Rotkohl, Spinat, Kartoffeln (8 Sorten, insgesamt 1,6t), Sellerie und Steckrüben.
  • Weiter wurden Zwiebeln gesteckt, Tomaten umgetopft, Spinat und Feldsalat abgeerntet, Knoblauch gepflegt, Blumen, Möhren, Fenchel und Steckrüben pikiert, Wiesen geschleppt, Acker und Grünland gekalkt, die Werkstatt geputzt und aufgeräumt, Maschinen repariert, Kartoffeln sortiert, Schnittgut gehäckselt, Obstbäume geschnitten, Steine vom Acker gesammelt, Schrott entsorgt, Dämme gezogen, Bohnen gehackt und gejätet, Greifvogelstangen gebaut, Walnüsse mit Kartoffelsäcken vor Frost geschützt, die riesige Kürbisfläche von Hand gemulcht und spannende mehrjährige Gemüsesorten (Austernpflanze, Olivblattrukola, Rapunzelglockenblume, Baumspinat, ewiger Kohl) bestellt

Was sonst noch passiert ist

  • In den letzten Maitagen 20 Hühner angekommen, für die ein alter Schafanhänger hergerichtet wurde. Die Hühner waren anfangs noch etwas zurückhaltend, haben sich aber dann rasch eingewöhnt und bald begonnen Eier zu legen.
  • Durch den Sturm “Sabine” gab es viel Windwurf, der „aufgeräumt“ werden musste.
  • Der Agrarantrag wurde fertig gestellt und abgegeben
  • Sabine Pferd “Snorri” und Steffis Pferd “Danton“ sind in den Außenstall des Kuhstalls eingezogen.
  • Aus Fischabfällen wurde ein Komposttee gebraut. Dazu wurden diese in Baiersbronn abgeholt, gehäckselt und zu Fischhydrosylat angesetzt. Damit möchten wir den Kompost direkt spritzen und als Ergänzung in den Kompostee zugeben. Fischhydrosylat ist eine fantastische Pilznahrung.
07 Jun

Orientierungstage für Familien

Vom 8.- 12. Juli 2020 finden Familien-Orientierungstage bei uns statt die sich an gemeinschaftsinteressierte Eltern und ihre Kinder richten. Sie beinhalten einerseits Informations- und Erfahrungsräume zu unseren Gemeinschaftsstrukturen sowie Kommunikations- und Entscheidungsmethoden und andererseits widmen wir uns den Themen Kinder und Familien in Gemeinschaft. In unserer Gemeinschaft sind wir gerade erst dabei das „Dorf“ zu werden, das es braucht um Kinder großzuziehen. Wir wollen interessierten Familien Einblick in unseren Prozess geben, Austauschräume zum Thema Familien und Kinder in Gemeinschaft schaffen und gemeinsam Elemente der Waldpädagogik und der Bauernhofpädagogik erleben. Einige Blöcke finden mit den Kindern gemeinsam statt, für andere organisieren wir eine Kinderbetreuung. Für Austausch mit den hier am Ort lebenden Familien wird viel Raum sein.

  • Jeweils vier Tage, Start am Mittwoch um 17:00 Uhr, Ankommen ab 15:00 Uhr, Ende am Sonntag um 14:00 Uhr nach dem Mittagessen
  • Kosten: 160€ / Erwachsener für Übernachtung und Verpflegung und 70-100€ Kursbeitrag nach Selbsteinschätzung. Kinder sind frei.
  • Eintragung auf die Teilnehmer*innenliste nach Eingang der Überweisung von 60€ Anzahlung
  • weitere Infos und Anmeldung bei mireia@sonnenwald.org

05 Jun

Angewandtes gutes Loslassen?

 

Ein Projekt gibt sich hin

 

Wir befinden uns an einem besonderen Punkt unserer Projektgeschichte.
Nach einem Jahr des Ankommens, der Betriebsgründungen, des Annäherns an die Gemeinschaft Sonnenwald, des Raumhaltens für die neu entstehende Gesamtgemeinschaft, der Abschiede und des Dazustoßens, mussten wir uns eingestehen: Die Akademie, wie sie gerade ist, ist nicht mehr die Gruppe, wie sie gemeinsam aufgebrochen war.

Deutlich wurde dies unter anderem an einer latenten Spaltung zwischen den „alten Hasen“ und den neu Dazugekommenen, an einer abnehmenden Verbindlichkeit für gemeinsame Gruppentreffen, an Stellverteter-Konflikten zwischen Jenen, die an der Materie arbeiten und Jenen, die Kultur gestalten, an metaphorischen Löchern im Gruppengefäß, aus denen das Verbindende hinaus sickerte und daran, dass jenen, die versuchten, den alten „Akademie-Geist“ hochzuhalten, eine stärkere Deutungshoheit in der Gruppe gegeben wurde, was Andere zurückhaltender werden ließ, und an weiteren Phänomenen. Eine differenzierte Analyse der Dynamiken und Umstände, die uns an diesen Punkt gebracht haben, steht noch aus. Deutlich wurde jedenfalls: So wollen wir nicht weitermachen.
So reifte in uns die Idee, das kommende Intensivwochenende der Akademie dem Sterbenlassen des alten Gruppenkörpers zu widmen. Dabei wollten wir nicht einfach nur das Unangenehme von uns schütteln, um mit dem scheinbar Schönen und Guten weiterzugehen.
Wir wollten alles gehen lassen – Rollen, Strukturen, Visionen, Wünsche und Erwartungen – um danach klarer zu sehen, was mit genau diesen Menschen, die wir jetzt sind, an dem Ort, an dem wir jetzt sind, entstehen möchte. Wollten uns dem stellen was, gerade Wirklichkeit ist, anstatt schönen Vorstellungen nachzuhängen.

Passenderweise sollte es das Osterwochenende sein, an dem wir uns trafen. So wollten wir uns dem Geist dieser Tage anschließen, vom Sterbenlassen in die Leere und uns schlussendlich dem Potential einer Neuwerdung zuwenden.

Gründonnerstag widmeten wir uns unserer Geschichte von den Anfängen 2015 bis zum Jahr 2020 und durchlebten dort nochmals die wichtigsten Stationen unserer Projektgeschichte.
Am Karfreitag definierten wir unsere persönlichen Funktionen und Rollen innerhalb der Gruppe, sowohl die kraftspendenden als auch die hemmenden. Außerdem formulierten wir unsere Hoffnungen, Ängste und Projektionen, die wir auf die Akademie hatten. Am Abend gaben wir diese feierlich und rituell ins Feuer, ließen das Projekt „Akademie für angewandtes gutes Leben“ und unsere Identifikationen damit sterben und begannen zu schweigen.
Ein spannender Moment. Und die erwartete Traurigkeit – hing doch ein großes Stück der Identität eines Jeden an diesem Projekt – blieb großteils aus. Stattdessen empfanden wir eher Erleichterung, eine Last und Verantwortung fiel von uns. Zudem schien es einigen, als würden sie die einzelnen Menschen nun viel klarer wahrnehmen, als hätte das Projekt einen unmerklichen Schleier zwischen unseren direkten Kontakt von Mensch zu Mensch gelegt, der nun mehr gelüftet würde. 

Nach einem Tag in Stille, den wir großteils individuell für uns verbrachten, versammelten wir uns – noch schweigend – am Sonntagmorgen, um gemeinsam eine Herzmeditation zu machen. An diesem Tag der Auferstehung wollten wir uns empfänglich machen für das Neue, das entstehen mag. So saßen wir fast drei Stunden, in denen einige ein intensives Erleben hatten, andere eher enttäuscht waren, da sie sich besondereres erwartet hatten. 

Ein erfahrener Mensch warnte uns, nach solch einem Prozess des Loslassens direkt wieder in die Handlung, die Neustrukturierung zu gehen. Es gelte, die Ungewissheit auszuhalten, zu vertrauen, dass sich neue Beziehungen und eine stimmige Form entwickle – nur so entstünde der Raum, in dem wirklich Neues entstehen könne, anstatt schnell das Alte mit neuem Anstrich wieder zu erschaffen. 

Und da stehen wir nun. Noch ohne dass das Neue klar ersichtlich wäre.
Es haben sich Dinge geändert. Menschen, die in der bisherigen Gruppenkonstellation eher zurückhaltend gewesen waren, treten mehr in die Mitte der Gruppe und gestalten aktiver mit. Früher stark Gestaltende sind zurückhaltender, teils unsicherer geworden. Wir haben unsere gemeinsame Ausrichtung aufgegeben und (noch?) nicht wiedergefunden. Einige fühlen sich verunsichert, handlungsunfähiger, andere mehr Teil der Gruppe und freier. Für manche kam die erwartete Traurigkeit erst nach dem Osterwochenende und läutete eine Zeit der Orientierungslosigkeit und sozialen Unsicherheit ein. Einigen wird seitdem immer klarer, was ein verbindlicher Rahmen der Begegnung, gemeinsamen Verantwortung und des Feedbacks für einen großen Unterschied macht für die erlebte Zugehörigkeit zu einem Gruppenkörper. Andere freuen sich auf eine Zeit der schlichten Freundschaft ohne Fokus auf gemeinsames Arbeiten.
Die Projekte laufen jedoch weiter – die nächste Wandelreise ist bereits in Planung, die offene Werkstatt wächst, der Newsletter wird geschrieben und auch unsere Vereinsbuchhaltung hat noch zu tun. Und zugleich gibt es gerade keine einende Akademie, in der die Fäden zusammenlaufen würden.

War der Prozess eine Dummheit, die uns schadet – oder ein aufrichtiger und mutiger Schritt in eine stimmigere Projektzukunft?
Wir wissen es nicht. Als wir kürzlich zu Pfingsten – an der Feuerstelle, an der wir 50 Tage zuvor den Sterbeprozess gemacht hatten – eine Runde zu der Frage machten, ob wir das Ganze wieder tun würden, waren die Meinungen geteilt.
Von „Wir haben da etwas ganz Wertvolles gehen lassen, haben uns handlungsunfähig gemacht und uns unsere gemeinsame Ausrichtung genommen, es ist seitdem richtig schwer für mich, hier zu sein.“ bis „Ich habe mit dieser Gruppe schon so viel erleben dürfen – ist es nicht die größte Möglichkeit, durch diesen Prozess etwas ganz Neues, Bereicherndes erleben zu können, was sonst nie entstanden wäre?“ 

Und ja, formal gibt es die Akademie für angewandtes gutes Leben im Moment nicht mehr. Und dennoch sind wir da. Es hat bisher niemand von uns die Gesamtgemeinschaft verlassen, wir treffen uns nach wie vor fast jeden Mittwochabend, um zu schauen wo wir stehen, um uns mitzubekommen. Es scheint da etwas zu geben, was zieht. Was uns zusammenhält. Etwas, das will, dass wir bleiben, bis das Neue entsteht? 

Wir werden sehen… 

 

Autoren: Julian und Max

23 Mai

You(th) for change Onlinekurs

Priska und Felix, zwei unserer wunderbaren Langzeithelfenden am Platz, haben ein spannendes Projekt gestartet: Den kostenlosen you(th) for Change Onlinekurs- der dich motivieren und unterstützen soll den Wandel den du in der Welt sehen willst, zu leben. Schau doch mal rein und teile ihn gerne mit so vielen Interessierten wie möglich 🙂 www.you-for-change.org

Was ist YOUth for CHANGE?

Ein Workshop von und für junge Menschen, der einlädt eine neue Richtung hin zu einer ökologisch nachhaltigen, sozial gerechten und sinnerfüllten Welt einzuschlagen. Hol dir eine Portion Empowerment und Know-How, live oder online. Du kannst den Kurs allein, mit Freunden oder in deiner Schulklassen machen. 


Wozu dient YOUth for CHANGE? 

YOUth for CHANGE unterstützt dich darin angesichts der globalen Herausforderungen empfindsam zu bleiben und dabei eine wachsende Kehrtwende zu sehen, die jetzt schon voll im Gange ist. Und dann zu sehen, dass genau dein Beitrag jetzt gefragt ist. Der Kurs hilft dir dabei dir unserer Situation voll bewusst zu werden, zu fühlen, was das in dir auslöst, und daraus dann Kraft zu schöpfen und dich selbst aktiv einzubringen. 


Was macht YOUth for CHANGE aus?

“Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.”  – Albert Einstein


Besonders beim YOUth for CHANGE ist, dass wir erforschen, welche Denkweisen uns erst in unsere aktuelle Lage gebracht haben und wo diese Denkweisen auch in mir noch lebendig sind. Das ist wichtig, um die Wurzel unserer Handlungsweisen zu erkennen und nicht nur die Symptome zu behandeln, wie z.B. allein den CO2 Ausstoß zu reduzieren. 


 Wir alle gemeinsam sind die Bewegung, die Veränderung in die Welt bringt. Dabei zählt jede Hand, du machst einen Unterschied!